Man könnte meinen, der oben stehende Trailer stamme aus einem Parallel-Universum, in dem Ed McMillens und Tommy Refenes’ Xbox-Life-Arcade-Erfolgstitel “Super Meat Boy” auf der falschen Plattform erschienen ist (iPhone, statt XBox), dazu mit einem leicht veränderten Thema (Käse, statt Fleisch), und dann auch noch auf der falschen Seite des Atlantiks, in Berlin und nicht in den USA.
Nun befinden wir uns allerdings nicht in irgendeiner Phantasiewelt, sondern in der manchmal traurigen Realität, in der jedes einigermaßen erfolgreiche PC-, Mac- oder Konsolenspiel einen unauthorisierten Klon auf dem Iphone oder Ipad nach sich zieht. Ob die Schöpfer von “CheeseMan” in diesem speziellen Fall das Einverständnis von Team Meat hatten oder nicht, oder ob sie es überhaupt gebraucht hätten, kann und will ich hiermit überhaupt nicht in Frage stellen. Wirtschaftlicher oder ein Imageschaden wird in diesem Fall wohl auch keiner Partei entstanden sein…
Doch darauf will ich ebenfalls nicht hinaus, so wie mir auch egal ist, ob die Touchsteuerung gelungen ist, ob die Level ansprechend gestaltet sind oder ob das Spielprinzip sich hinreichend für einen Handheld eignet. Desweiteren will ich auch gar nicht wissen, welche anderen Titel noch als Blaupause für spätere “CheeseMan”-Level herhalten mußten (Hint: der Tower-Abschnitt aus “VVVVVV”).
Mich beschäftigen stattdessen zwei Fragen: 1. Warum immer ze Germans? Weshalb müssen sich gerade die Deutschen immer von Ideen von über dem großen Teich inspirieren lassen (siehe: jede erfolgreiche Social-Network-Site, zuletzt Pinterest/Pinspire)? 2. Besitzt solch ein junges Entwicklerteam nicht den Elan, auf solch einer innovativen neuen Plattform wie dem Touchpad eigene Ideen zu verwirklichen? Beziehungsweise, was hält sie davon ab?