Im letzten Jahr hieß es noch, die weltweite Wirtschaftskrise könne der Spiele-Branche nichts anhaben. Mittlerweile jedoch dürfte jedem aufgefallen sein, daß etwas spanisch ist im Staate Dänemark:
Es ist zwar eine etwas andere Baustelle, aber der Holz verabreitenden Industrie geht es weiterhin schlecht und ihre Leser-Zahlen befinden sich im freien Fall, da hilft wohl auch kein Relaunch – zumindest nicht, wenn man erwachsenen Menschen solch „rockige“ Inhalte zumutet.
Auch wenn hierzulande der Spiele-Markt im letzten halben Jahr noch um ein Prozent gewachsen ist, sieht es weltweit, besonders in Nordamerika, ganz anders aus. Ich denke, an konkreten Zahlen läßt sich dies gar nicht so gut belegen; 2007 wurden viele Blockbuster, die ja immer auch Nischentitel mit finanzieren, veröffentlicht, sodaß die großen Publisher im Folgejahr ein dickes Plus verbuchen konnten. In diesem Jahr jedoch, so scheint es, kommen außer Valves „Left 4 Dead 2″ so gut wie keine Sure Fire Hits in den Handel, Sony, Take 2, Ubisoft, Activision Blizzard und Konami mußten die Veröffentlichung einiger heiß erwarteter Spiele auf das kommende Jahr verschieben.
Ich glaube, mittelfristig könnten solche Verzögerungen auch für relativ finanzstarke Publisher gefährlich werden. Wegen langer Produktionszeiten, hohen Kosten (10 bis 30 Millionen US-Dollar für einen AAA-Titel) und, dank vieler qualitativ hochwertiger Spiele am Markt, immer kürzerer Halbwertszeit (daher auch die Zunahme von Download-Content, Add-Ons und Spin-Offs) werden vermeintlich sichere Geldquellen auf das nächste Jahr verschoben, fürchten selbst Technologie-Freunde wie John Carmack ein frühzeitiges Erscheinen der Next-Gen-Konsolen und aufwändige wie risikoreiche Projekte wie The Crossing finden anscheinend keine Publisher-Unterstützung und werden auf die lange Bank geschoben.
Wenn mittlerweile, wie im Fall des Hamburger Entwicklers Replay Studios mit dem, gelinde gesagt, etwas merkwürdigen Stealth-Game Velvet Assassin, ein oder zwei verbockte Titel ausreichen, um einem Unternehmen das Genick zu brechen und es selbst für Inide-Entwickler, die vergleichsweise geringe Kosten zu verbuchen haben, extrem schwierig zu sein scheint, Geld zu verdienen, prophezeihe ich der gesamten Branche in den kommenden Jahren einen massiven Umbruch. Wohin die Reise geht, vermag ich jedoch auch nicht zu sagen, aber vielleicht wuchert der Markt für Casual- und Bewegungsspiele, Social- und Web-Games ja in solchen Dimensionen, wie wir Hardcore Gamer es in unseren schlimmsten Albträumen nicht ausmalen können, Stichwort: „Project Banal Natal“…
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