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Gerstmann-gated all to hell and back

Vor knapp zwei Jahren machte, unter dem Begriff „Gerstmann-Gate“, die Meldung, daß Jeff Gerstmann, seit 10 Jahren Redakteur beim zu CNET gehörenden Online-Magazin Gamespot, wegen einer schlechten Bewertung von „Kane & Lynch“ gefeuert worden sei, die Runde. Von Seiten CNETs wurde zwar dementiert, daß man Gerstmann auf Druck von „Kane & Lynch“-Publisher Eidos entlassen habe, zur gleichen Zeit hatte Eidos jedoch auch eine groß angelegte Werbe-Kampagne für eben jenes kritisierte Spiel bei Gamespot gebucht.

Kurz darauf veröffentlichte Eidos dann laut Kotaku auf der „Kane & Lynch“-Website irreführende Fünf-Sterne-Wertungen und Zitate verschiedener Magazine, die nicht aus den endgültigen Rezensionen des Spiels stammten.

Den nächsten Fauxpas löste 2008 eine Twitter-Nachricht eines britischen Gamespot-Mitarbeiters aus, der behauptete, das von Eidos bestellte PR-Unternehmen versuche, „Tomb Raider: Underworld“-Rezensionen mit einer Bewertung von unter 80% zurück zu halten. Dieser Vorwurf konnte zwar nicht bekräftigt werden, aber die PR-Firma gab zu, den Metascore des Spiels managen zu wollen und, daß kleinere faktische Fehler in einem Eurogamer-Review (Rating: 70%) bei ihnen zu Problemen geführt hätten.

Die Schlagzeilen über den Publisher rissen nicht ab: Anfang dieses Jahres erwischte man Eidos bei dem Versuch, Einfluß auf die Wahl des Game of the Year, veranstaltet von einer australischen Zeitschrift, zu nehmen.

Dieses war der vierte Streich, doch der letzte folgt sogleich… Im Blog eines anonymen Spiele-Journalisten heißt es, daß Eidos das übliche Embargo vor der Veröffentlichung eines Spieles, im konkreten Fall „Batman: Arkham Asylum“, aufheben würden, wenn Chef-Redakteure von Spiele-Zeitschriften garantieren könnten, den Titel mit mindestens 90% zu benoten und auf dem Cover abzubilden. In Zeiten, in denen exklusive Berichterstattung für Spiele-Publikationen bares Geld bedeutet, handelt es sich dabei um ein äußerst unmoralisches Angebot. (via)

Eidos wird übrigens zukünftig in unseren Breiten dem Unternehmen Square Enix Europe die Geschäfte überlassen.

Update: Wer sich dafür interessiert, welche Auswirkungen die Entlassung Gerstmanns bei Gamespot und in der US-amerikanischen Online-Szene hatte und wie es dazu kam, daß eine Redaktion mit ehemals strengen Grundsätzen plötzlich unter dem Einfluß von Werbekunden stehen konnte, sollte einmal diesen 1UP-Artikel lesen.

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