Man möchte meinen, daß in einer kreativen Branche wie dem Geschäft mit Videospielen alles freundlich und kollegial ablaufen müßte. Daß jedoch nicht nur eitel Sonnenschein herrscht, sondern die Hersteller und Vertreiber von Unterhaltungssoftware sich manchmal in einem enorm schmutzigen Sumpf bewegen, zeigen folgende Beispiele:
- Electronic Arts könnte sich eigentlich recht glücklich schätzen. War das Unternehmen früher für die Ausbeutung ihrer Mitarbeiter, dumme Marketing-Ideen und seit dem letzten Jahr für den Einsatz restriktiver DRM-Software bekannt (von beiden Ärgernissen scheint EA jedoch mittlerweile Abstand genommen zu haben), häuften sich in letzter Zeit auch Schlagzeilen über neue innovative Spiele wie zum Beispiel „Mirror’s Edge“. Nun hat man sich jedoch mit der Collector’s Edition der „Sims 3″ in die Nesseln gesetzt. Informierte Käufer sollten zwar wissen, daß CE heute bedeutet, daß man eine richtige Verpackung und nicht nur eine DVD-Hülle erhält, und ein USB-Stick in Form eines Oktaeders ist auch dabei, doch scheint das „Lösungsbuch“ nur eine Werbebroschüre und die exklusiven Sim-Punkte gar nicht so exklusiv zu sein.
- Tim Langdell vertreibt und/oder entwickelt einige wenige, gänzlich unbekannte Spiele, hat sich die Handelsmarke „EDGE“ für alles, was irgendwie mit Videogames in Verbindung steht, gesichert und scheint damit nicht nur im Fahrwasser der bekannten britischen Zeitschrift und Titeln wie „Soul Edge“ und „Mirror´s Edge“ vorwärts kommen zu wollen, er hat es scheinbar auch zu seiner Berufung gemacht zu haben, Spiele-Entwickler zu verklagen die ihre Werke ebenfalls so oder so ähnlich betiteln. Zuletzt war Langdell anscheinend ein beliebtes Iphone-Game ein Dorn im Auge. Besonders süffisant ist, daß Langdell im Vorstand der IGDA sitzt – Einer Organisation, die Entwickler eigentlich genau vor solchem Unbill schützen sollte. Die gesamte komplizierte Geschichte kann man bei TIGSource ausführlich nachlesen.
- Den Vogel schießt allerdings der US-Ableger von Factor 5 (unter anderem mit verantwortlich für „Turrican“, „Rogue Squadron“ und „Lair“) ab. Es ist vielleicht bekannt, daß das Unternehmen seit dem letzten Monat insolvent ist. Nun allerdings berichtet das Marin Independent Journal vom gesamten Ausmaß der Katastrophe: Das Unternehmen soll nicht nur seinen ehemaligen Angestellten noch 900.000 US-Dollar Löhne schulden, sondern auch LucasArts einen Kredit in Höhe von 4 Millionen Dollar nicht zurück gezahlt haben. Zudem sollen unrechtmäßig der Source Code und die Rechte am geistigen Eigentum der Wii-Umsetzung von „Rogue Sqadron“ an eine Firma übertragen worden sein, dessen Inhaber, Verwaltung und Anwälte mit denen von Factor 5 identisch sein sollen.
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