Schachboxen – die vermutlich schizophrenste Sportart der Welt: erst haut man sich gegenseitig ordentlich auf die Mütze und versucht dann auch noch, mit Hilfe des angeschlagenen Schädels komplexe Denkaufgaben zu lösen.
Ähnlich bipolar scheint der inoffizielle TF2-Spielmodus “Trivia Night” zu sein, bei dem dasjenige Team, das Quizfragen besser als seine Gegner beantwortet, jeweils für zehn Sekunden einen hundertprozentigen Crit-Bonus und Übercharge bekommt. (via)
Egal, ob du eher auf Rap stehst, oder auf Rihanna, “50 Cent, Still Human” vom US-Magazin Kill Screen ist mit Abstand der beste nicht unbedingt nur mit Videospielen zusammenhängende Artikel, den du heute lesen wirst. Viel Humor, aber auch ein wenig Tragik schwimmt in dem Essay mit, wenn Autor Drew Millard die sehr reale und erschreckend perfekt funktionierende Marketingmaschine 50 Cent seinem virtuellen Konterfei gegenüber stellt, das in einer eindimensionalen Scheinwelt existiert, und Parallelen zieht. Ein ernüchternder Blick hinter die Kulissen der oberflächlich glamourösen Hip-Hop-Szene und gleichzeitig eine umfassende Rezension von Fiddy’s letztem Videospiel, die kein piefiges deutschsprachiges Game-Blog jemals reproduzieren können wird.
Eigentlich halte ich die Idee, ein altes 2D-Arcade-Rennspiel in der Machart von “Out Run” oder “Test Drive”, das Dreidimensionalität durch Parallax-Scrolling vorgaukelt, für hochauflösende Bildschirme neu aufzulegen, für gar nicht so übel. Das Einzige, was mich am oben gezeigten Trailer von “Ocean Drive Challenge” (veröffentlicht via XBLIG) stört, sind die besonders* hässlichen Autos mit ihren futuristischen Rundungen.
Die originalen kastenförmigen Rennautos aus den Achtzigern mit den furchterregend krächzenden Motoren gefielen mir deutlich besser. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich selbst große Teile der Achtziger Jahre auf der Rückbank eines Lancia Delta HF Turbo, auf einen Kindersitz aus Styropor geschnallt, verbracht habe. (via)
*) Ich habe natürlich im realen Leben für den Individualverkehr mittels Verbrennungsmotor und seine Nutzer nichts außer Verachtung übrig. Nutzt ÖPNV, wenn es geht, ihr Pissaz!
Man könnte meinen, der oben stehende Trailer stamme aus einem Parallel-Universum, in dem Ed McMillens und Tommy Refenes’ Xbox-Life-Arcade-Erfolgstitel “Super Meat Boy” auf der falschen Plattform erschienen ist (iPhone, statt XBox), dazu mit einem leicht veränderten Thema (Käse, statt Fleisch), und dann auch noch auf der falschen Seite des Atlantiks, in Berlin und nicht in den USA.
Nun befinden wir uns allerdings nicht in irgendeiner Phantasiewelt, sondern in der manchmal traurigen Realität, in der jedes einigermaßen erfolgreiche PC-, Mac- oder Konsolenspiel einen unauthorisierten Klon auf dem Iphone oder Ipad nach sich zieht. Ob die Schöpfer von “CheeseMan” in diesem speziellen Fall das Einverständnis von Team Meat hatten oder nicht, oder ob sie es überhaupt gebraucht hätten, kann und will ich hiermit überhaupt nicht in Frage stellen. Wirtschaftlicher oder ein Imageschaden wird in diesem Fall wohl auch keiner Partei entstanden sein…
Doch darauf will ich ebenfalls nicht hinaus, so wie mir auch egal ist, ob die Touchsteuerung gelungen ist, ob die Level ansprechend gestaltet sind oder ob das Spielprinzip sich hinreichend für einen Handheld eignet. Desweiteren will ich auch gar nicht wissen, welche anderen Titel noch als Blaupause für spätere “CheeseMan”-Level herhalten mußten (Hint: der Tower-Abschnitt aus “VVVVVV”).
Mich beschäftigen stattdessen zwei Fragen: 1. Warum immer ze Germans? Weshalb müssen sich gerade die Deutschen immer von Ideen von über dem großen Teich inspirieren lassen (siehe: jede erfolgreiche Social-Network-Site, zuletzt Pinterest/Pinspire)? 2. Besitzt solch ein junges Entwicklerteam nicht den Elan, auf solch einer innovativen neuen Plattform wie dem Touchpad eigene Ideen zu verwirklichen? Beziehungsweise, was hält sie davon ab?
“Puzzle Juice” ist eine Melange aus Tetris, Match-Three-Game und Boggle. Klingt langweilig – wenn man sich allerdings überlegt, dass ein einzelnes Gehirn alle drei Spiele zur gleichen Zeit auf dem gleichen Bildschirm bewältigen soll, sieht die Sache schon ganz anders aus. Asher Vollmers unheilige Ménage-à-trois ist so nervenaufreibend und, knackt man den Highscore oder schaltet neue Items frei, gleichzeitig so erfüllend, dass sie sich vermutlich verheerend auf die Produktivität etlicher i-Geräte-Besitzer auswirken wird. Vielleicht ist dies sogar der Beginn einer Renaissance der Puzzle-Spiele… Mit den Rougelikes hat es ja schließlich auch geklappt, siehe “The Binding of Isaac”, “100 Rogues”, “Cardinal Quest”, “Dungeons of Dredmor”, etc.
Übrigens eine gute Gelegenheit, “Puzzle Rocks” noch einmal eine zweite Chance zu geben.
Nein, die grandiose Lady ist ausnahmsweise einmal nicht gemeint. Die Mutter aller Ungeheuer, die ich meine, heißt Echidna und entstammt der antiken griechischen Mythologie. Sie soll die Höllenhunde Kerberos und Orthos, sowie die Hydra in die Welt gesetzt haben.
Dass sich Raquel Meyers und Goto80 gerade diese Sagengestalt für ihre Sammlung von Schlafliedern, ”2SLEEP1″, heraus gepickt haben, ist verwunderlich. Nicht weniger verwunderlich ist die Idee an sich, eine 66 Minuten lange Compilation aus 8-Bit-Sounds und PETSCII-/ASCII-Art mit dem Ziel, den Hörer zu einschlafen zu bringen, zusammen zu stellen. Aber vielleicht ist die Aufforderung der beiden Künstler, Play zu drücken, auf Fullscreen zu klicken und sich hinzulegen ja nicht hundertprozentig ernst gemeint, denn auch im Wachzustand lassen sich die allein mittels typografischer Elemente und einfachster Klangmuster erzeugten Traumwelten genau so gut erleben.